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27.09.2006, 14:53 Uhr
"Nimm Deine Organe nicht mit in den Himmel, sie werden auf der Erde gebraucht."
Intensiv befasst mit dem Thema Organspende hat sich der Vorstand der Jungen Union im Kreis Borken in seiner vergangenen Sitzung.
Der.JU-Kreisvorstand mit Dr. Bernhard Schrameyer vom Marienkrankenhaus in Ahaus
JU-Kreisvorstand informiert sich über das Thema Organspende - „Neben den oft technokratischen Themen wie Haushalt und Finanzen oder den übergeordneten Themen wie Gesundheitsreform ist es uns auch wichtig spezielle und greifbare Themen zu behandeln, so der Kreisvorsitzende Thomas Kerkhoff.

„Sensibilisiert für dieses Thema war ich persönlich durch eine Fernsehreportage in der verdeutlicht wurde, das jährlich über 1000 Menschen streben, die kein Spenderorgan bekommen haben, aber ansonsten körperlich gesund sind. Das ist ein Zustand, der schon zum Handeln animieren sollte und weshalb ich ds Thema im Kreisvorstand behandeln wollte.“, so Kerkhoff weiter.

Wichtig sei der Jungen Union zum einen sich über das Thema zu informieren und darauf aufbauend politisch zu diskutieren. „Wir wollten bewusst keine große PR –Veranstaltung nach dem Motto JU Kreisvorstand füllt Organspendeausweise aus“, sondern einen Beitrag zu einer gesellschaftlichen Debatte leisten“, verdeutlicht der JU Kreisvorsitzende das Anliegen der JU.

Um dem Thema auch fachlich begegnen zu können erläuterte Dr. Bernhard Schrameyer, Transplantationsbeauftragter am Ahauser Marienkrankenhaus, den jungen Christdemokraten nicht nur die medizinischen Abläufe, sondern auch die Entwicklung der Organspende. „Wichtig ist sich mit dem Thema zu befassen und auch mit den Angehörigen über das Thema Organspende zu sprechen, denn die sind es, die den Organspendewunsch umsetzen müssen“ berichtete Dr. Schrameyer aus seinen Erfahrungen.

Diskutiert wurde auch über die im benachbarten Österreich angewandte „Widerspruchslösung“, bei der prinzipiell jeder Organspender ist, der nicht ausdrücklich das Gegenteil erklärt. „Das löst zwar voraussichtlich die Probleme mit dem Mangel an Spendern, verändert aber eine gesellschaftliche Sichtweise im Umgang und der Freiheit mit dem eigenen Körper, den wir als JU so nicht wollen“ meint Kerkhoff.

Auch Schrameyer sieht eher in der Beschäftigung mit dem Thema und Aufklärung darüber den Lösungsweg für die Spenderproblematik. „Nehmen sie Ihre Organe nicht mit in den Himmel, sie werden auf der Erde gebraucht“ appellierte Schrameyer zusammenfassend an den JU – Kreisvorstand.

Der Borkener Kreisvorstand wird sich nun mit anderen JU Kreisverbänden in Verbindung setzten, um dieses Thema auch in höheren JU Gremien zu besprechen.