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15.05.2007, 12:25 Uhr
Diskussionsveranstaltung zur Patientenverfügung in Ahaus stößt auf großes Interesse
Das Thema Patientenverfügung stand am Montagabend im Mittelpunkt einer Veranstaltung des CDU-Kreisverbandes Borken in der Stadthalle Ahaus. Über 150 Personen waren der Einladung des CDU-Kreisvorsitzenden Jens Spahn MdB gefolgt.
v.l.n.r. Wilhelm Brefeld, Jens Spahn MdB, Gudrun Meiwes, Hubert Hüppe und Dr. Olaf Baumhove
Ahaus - Hubert Hüppe, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Unna, konnte zu diesem aktuellen Thema als Hauptreferent gewonnen werden.

Hüppe führte mit einem Eingangsreferat in das sehr kontrovers diskutierte Thema ein und versprach den Zuhörern vorab auch keine Patentlösung, da es diese seiner Meinung bei einer solchen weit reichenden Entscheidung nicht geben kann. Sein Ziel sei es, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren und am Ende als Parlamentarier die bestmögliche, verantwortbare Lösung zu finden.

Derzeit gibt es Pläne, die Patientenverfügung für den medizinischen Notfall erstmals gesetzlich zu regeln. Der Bundestag hat in einer Grundsatzdebatte im März dieses Jahres ausführlich das Thema beraten. Dabei wurde deutlich, dass es über die Fraktionsgrenzen hinweg unterschiedliche Strömungen gibt. Politiker aller Fraktionen forderten zwar mehrheitlich die Schaffung einer rechtlichen Regelung. Doch die Auffassungen, ob einem vorab geäußerten Willen zum Behandlungsabbruch immer gefolgt werden soll, gingen in der Debatte weit auseinander.

Auch gibt es eine Gruppe von Abgeordneten, zu der Hüppe sich nach eigener Aussage zählt, die eine gesetzliche Regelung ablehnen. Hüppe vertrat die Auffassung, dass es keine gesetzliche Regelung gibt, die jeden Fall bis ins kleinste Detail zufrieden stellend abdecken kann. In einer Patientenverfügung könne man, selbst wenn man sich vorher ärztlichen Rat einholt, nicht für jede mögliche Situation vorsorgen.

Zu einem möglichen Gesetz liegen mehrere fraktionsübergreifende Gruppenanträge vor, über die die Abgeordneten im Bundestag in freier Abstimmung entscheiden werden.

Der Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am St. Agnes Hospital in Bocholt, Dr. Olaf Baumhove, stellte das Thema aus medizinischer Sicht mit einigen Beispielen aus der Praxis dar. Die seelsorgerischen Aspekte wurden von Gudrun Meiwes, Referentin "Seelsorge in Kritischen Lebenssituationen" beim Bistum Münster, vertreten. Hinweise zur rechtlichen Komponente der Patientenverfügung z.B. in Verbindungen mit einer Vorsorgevollmacht gab der Rechtsanwalt und Notar Wilhelm Brefeld aus Gescher.

Nachdem zahlreiche Zuhörer die Möglichkeit nutzten, um konkrete Fragen an die Fachleute auf dem Podium zu richten und mit Ihnen zu diskutieren, beschlossen die Diskussionsteilnehmer die Versammlung mit einem kurzen Statement, in den sie noch einmal auf die aus Ihrer Sicht wichtigen Aspekte der Patientenverfügung hinwiesen.