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05.11.2007, 14:31 Uhr
Nicht nur Pferd und Fahrrad vermarkten - CDU-Kreisvorstand diskutiert mit IHK-Geschäftsführern in Bocholt
Bocholt/Kreis Borken Eine angeregte Diskussion entstand in der vergangenen Woche in Bocholt zwischen dem CDU-Kreisvorstand und Vertretern der IHK. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Nord-Westfalen, Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, stellte sich mit seinen Kollegen Hans-Bernd Felken und Prof. Dr. Bodo Risch den Fragen der CDU-Vorstandsmitglieder zum Wirtschaftsraum Westmünsterland.
v.li.n.re. Rudi Schmitz, Vors. CDU-Kreistagsfraktion, Jens Spahn MdB, CDU-Kreisvorsitzender, Martina Schrage, stellv. CDU-Kreisvorsitzende, Kar-Friedrich Schulte-Uebbing, IHK-Hauptgeschäftsführer, Hans-Bernd Felken, IHK-Geschäftsführer
Bocholt/Kreis Borken - Schulte-Uebbing forderte eindringlich dazu auf, die wirtschaftliche Kraft der Region deutlicher nach außen zu kommunizieren: „Wir haben hier quasi Vollbeschäftigung, nur merkt es keiner“. Bei der Vermarktung der Region allein auf Pferd und Fahrrad und damit auf Tourismus zu setzen, sei zu wenig.

Sein Kollege Prof. Dr. Bodo Risch pflichtete Schulte-Uebbing bei: „Man kann schon heute sehen, dass das Münsterland eine Boom-Region ist, die sich in den Arbeitslosenzahlen und der Entwicklung mit dem süddeutschen Raum messen kann“, so der Geschäftsführer für den Bereich Internationales und Dienstleistungen.

Allerdings werde das Münsterland noch nicht als Boom-Region wahrgenommen und sei daher für viele hochqualifizierte Arbeitskräfte bisher wenig interessant, so Risch. „Hier müssen wir gemeinsam etwas tun“, so der Volkswirt weiter.

Auch der CDU-Kreisvorsitzende und Ahauser Bundestagsabgeordnete Jens Spahn sah vor allem darin einen entscheidenden Knackpunkt. „Mir wird von heimischen Unternehmen immer wieder berichtet, dass sie nicht ausreichend qualifiziertes Fachpersonal finden würden, das ist für die Region schon ein Wachstumshemmnis“, so Spahn.

Einigkeit bestand bei den Diskussionsteilnehmern darüber, dass vor allem die hier beispielsweise an der FH Bocholt ausgebildeten Fachkräfte auch langfristig in der Region gehalten werden müssten. „Dies kann aber nur wirklich geschehen, wenn die Löhne mit denen im süddeutschen Raum konkurrieren können“, so Spahn.

Eindringlich warb Schulte-Uebbing dafür auch künftig kommunale Gewerbe- und Industrieflächen in Übereinstimmung mit der Landesplanung auszuweisen. „Wir werden hier auch künftig Flächen für Gewerbe- und Industrieansiedlungen brauchen, damit sich der Kreis Borken als wirtschaftlich starker Raum weiterentwickeln kann“.

Insofern begrüßte er die Entwicklung, entlang der A31 interkommunal Industriegebiete auszuweisen. Der Bedarf sei da.

Zudem standen vor allem die Hauptschulen im Focus der Diskussion. Die IHK befürwortete dabei in Modell in dem durch Patenschaften von Unternehmen für einzelne Hauptschulen die Verzahnung von Wirtschaft und Schule besser gelingen können. Dieses Modell stieß auch den der CDU auf großes Interesse und man verabredete in den kommenden Monaten hieran weiter gemeinsam arbeiten zu wollen.