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18.12.2013, 12:02 Uhr
Verzicht auf Kandidatur- Felix Büter ist nur noch bis 2015 Bürgermeister
 Ein politischer Paukenschlag an einem trüben Novembernachmittag: Bürgermeister Felix Büter wird sich aus persönlichen Gründen nicht mehr zu Wiederwahl stellen. Seine Amtszeit endet im Herbst 2015. Dann wird Ahaus einen neuen Bürgermeister wählen.
Ahaus -

Verzicht auf Kandidatur - Felix Büter ist nur noch bis 2015 Bürgermeister

Ein politischer Paukenschlag an einem trüben Novembernachmittag: Bürgermeister Felix Büter wird sich aus persönlichen Gründen nicht mehr zu Wiederwahl stellen. Seine Amtszeit endet im Herbst 2015. Dann wird Ahaus einen neuen Bürgermeister wählen.
 

Bürgermeister Felix Büter tritt im Jahr 2015 nicht mehr zur Wahl an. (Foto: Stefan Grothues)

Mit der Bekanntgabe dieser Entscheidung überraschte Büter am Donnerstag seine Vorstandskollegen, die Rathausmitarbeiter und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen. Viele hatten nur über den Zeitpunkt gerätselt, wann der Bürgermeister sich zur Wiederwahl stellen würde, 2014 zur Kommunalwahl oder 2015, wenn seine Amtszeit ausläuft. Diese Entscheidung müssen jetzt alle Bürgermeister in NRW treffen.

„Elf Jahre sind genug“

Am Donnerstag aber erklärte Büter, nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren zu wollen. Er führte „rein persönliche Gründe“ an. „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Büter, der seit 2004 an der Spitze der Ahauser Verwaltung steht. „Dabei habe ich auf der einen Seite die Freude und die Leidenschaft gesehen, mit der ich dieses Amt ausübe, auf der anderen aber auch die hohen zeitlichen, inhaltlichen, familiären und zum Teil sicherlich auch gesundheitlichen Belastungen.“ Am Ende habe er sich aus persönlichen Erwägungen dagegen entschieden, nach dann elf Jahren als Bürgermeister und 25 Jahren Kommunalpolitik noch eine weitere Amtszeit anzustreben.

Neues Landesgesetz

Dass er diese Entscheidung jetzt trifft, ist einem neuen Landesgesetz geschuldet. Es räumt den Bürgermeistern in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit ein, vorzeitig vom Amt zurückzutreten und damit eine gemeinsame Wahl der Räte und der Bürgermeister im Mai 2014 zu ermöglichen.
„Vor diesem Hintergrund musste ich jetzt eine Entscheidung treffen, die ich sonst später getroffen hätte.“
Die Freude an seiner Arbeit sei nicht erloschen. Die nächsten zwei Jahre werde er „mit voller Kraft und voller Motivation“ in Angriff nehmen.

2004 erstmals gewählt

Mit 62,6 Prozent der Stimmen haben die Ahauser Felix Büter 2004 als Nachfolger von Dr. Dirk Korte zum Bürgermeister der Stadt Ahaus gewählt.
Bei der Bürgermeisterwahl 2009 wurde Büter mit Stimmeneinbußen, aber mit einer deutlichen Mehrheit von 9999 Wählern (57,77 Prozent) als Erster Bürger der Stadt im Amt bestätigt.
Felix Büter wurde 1959 in Ahaus geboren. Nach Erwerb des Verwaltungsdiploms war er von 1996 bis zu seiner Wahl Gebietsleiter der AOK.
Bereits 1989 wurde er in den Rat gewählt, 1999 wurde er Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion.
Felix Büter ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Zwischen Freude und Stress
Felix Büter, Bürgermeister

Sie haben heute viele Menschen überrascht. Haben Sie eine einsame Entscheidung getroffen?

Nein, ich habe natürlich mit meiner Familie gesprochen, auch mit langjährigen Weggefährten. Letztlich war es eine persönliche Entscheidung. 25 Jahre habe ich meiner Familie und mir einiges zugemutet. 70-Stunden-Wochen waren keine Seltenheit. Andererseits: Bis heute fülle ich mein Amt mit großer Freude aus. Darum hat wohl auch viele meine Entscheidung überrascht.

Und es gab wirklich keine politischen Gründe?

Natürlich gab es auch mal Zwist oder persönliche Anwürfe. Aber das gehört zum Amt dazu, das wusste ich vorher. Ich trete ja auch nicht zurück. Ich kandidiere nur nicht wieder. Das ist ja ein Unterschied. Der Zeitpunkt ist nicht der schlechteste: Die Stadt steht gut da. Und ich bin in einem Alter, in dem ich noch aktiv in eine neue Lebensphase gehen kann. Ich will 2015 noch nicht in den Ruhestand treten. Es gibt aber noch keinerlei Pläne, was ich nach meiner Amtszeit machen will.

Sie wirken nicht bedrückt, sondern eher erleichtert…

… ja, das ist auch so. Ich habe lange und intensiv überlegt, bis ich mich persönlich am Montag entschieden habe. Das macht den Kopf wieder frei. Jetzt will ich mit Elan in die nächsten zwei Jahre als Bürgermeister gehen.

Stimmen:

"Ich bin überrascht und auch ein wenig betroffen. Schließlich stehe ich ihm auch persönlich nah. Aber ich kann die Gründe nachvollziehen. Felix Büter hat als Bürgermeister hervorragende Arbeit geleistet. Das sieht in der CDU jeder so. Auch wenn es mal strittige Fragen gab, haben wir ihn immer voll getragen."
Thomas Vortkamp, Vorsitzender der CDU-Fraktion

"Der Bürgermeister hat sich das sehr intensiv überlegt. Ich kann seine Gründe sehr gut nach vollziehen. Die Familie ist auch wichtig. Und es gab ja auch manche persönliche Angriffe. Kommunalpolitik ist nicht einfacher geworden. Es ist schade, dass es so kommt. Er hat sein Amt sehr ernst genommen und sich mit aller Kraft für die Stadt eingesetzt."
Andreas Dönnebrink, Vorsitzender der SPD-Fraktion

"Ich bin überrascht – aber die Erklärung ist plausibel. Felix Büter hat viel Zeit für das Amt geopfert. Da ist es wichtig und richtig, auch mal die Familie in den Vordergrund zu stellen."
Felix Ruwe, Vorsitzender der UWG-Fraktion

"Mich hat die Entscheidung sehr überrascht. Ich habe gedacht, er kandidiert noch einmal. Als stellvertretender Bürgermeister habe ich aber hautnah mitbegkommen, wie anstrengend der Job ist. Ich bedaure die Entscheidung, aber ich kann sie nachvollziehen."
Reinhard Horst, Vorsitzender der FDP-Fraktion

"Ich bin sehr überrascht. Aber ich kann den Schritt gut nachvollziehen. Es gibt in der Kommunalpolitik viele Gründe, sich aufzuregen. Und seit der letzten Kommunalwahl ist es noch kräftezehrender."
Hermann-Josef Haveloh, WGW-Fraktionsvorsitzender

"Ich habe mich gewundert, als der Bürgermeister mich informierte. Mit dieser Entscheidung habe ich nicht gerchnet. Scherzeshalber habe ich zu ihm gesagt: „Dann kann ja auch mal ein Grüner Bürgermeister werden.“ Vielleicht findet die Opposition ja einen gemeinsamen Kandidaten."
Klaus Löhring, Fraktionsvorsitzender der Grünen

Quelle: Münsterland Zeitung